Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung

„Gesunde“ Umgebung – weniger Diabetes?!

Die Umgebung nimmt Einfluss auf die Gesundheit: Bietet diese Gelegenheiten für Bewegung und gesunde Ernährung in unmittelbarer Nähe, kann sich dies auch positiv auf das Diabetes-Risiko auswirken – so das Ergebnis einer amerikanischen Kohortenstudie.

Parks laden zu körperlicher Bewegung ein und können so einen Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten. Quelle: Wikimedia Commons / Manfi. B.

Grundlage der Untersuchung stellten Daten der Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis (MESA) (Link...) dar - einer medizinischen Forschungsstudie an rund 6.000 Personen. Aus dieser filterte das Team von Paul J. Christine, University of Michigan, Daten von 5.124 Personen im Alter von 45 bis 84 Jahren heraus, die zum Zeitpunkt der Basiserhebung keine Diabetes Typ-2-Erkrankung aufwiesen.

Darüber hinaus sammelten die Forscherinnen und Forscher Informationen über die Umgebung der Probandinnen und Probanden. Hierzu nutzten sie sowohl geografische Informationssysteme sowie Fragebögen, mit Hilfe derer Aspekte wie die Verfügbarkeit gesunder Nahrungsmittel oder der Zugang zu Naherholungszentren erhoben wurden.

Wie die WissenschaftlerInnen nach einer durchschnittlichen Follow-up-Zeit von 8,9 Jahren feststellen konnten, hatten etwa 12 Prozent der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer einen Diabetes Typ-2 entwickelt. Diese zeichneten sich u.a. durch ein niedrigeres Einkommen, eine geringere Schulbildung, ein im Vergleich mit ProbandInnen aus besser situierten Stadtteilen ungesünderes Ernährungsverhalten, weniger körperliche Aktivität, einen höheren BMI sowie das Vorliegen von Typ-2-Diabetes in der Familie aus.

Darüber hinaus konnten die Forscherinnen und Forscher jedoch auch Faktoren identifizieren, die einen positiven Einfluss auf die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes nahmen - dieser variierte jedoch je nach Berechnungsmethode. Zogen die WissenschaftlerInnen die Angaben aus den Fragebögen für ihre statistischen Analysen heran, zeigte sich, dass insbesondere die Möglichkeit, in der unmittelbaren Umgebung körperlich aktiv zu sein, das Diabetesrisiko um etwa 21 Prozent verringerte. Bestand in unmittelbarer Nähe die Möglichkeit zum Einkauf gesunder Lebensmittel wie Obst und Gemüse, minderte dies das Diabetes-Risiko um 12 Prozent.

Die Gestaltung von Lebensräumen könne somit ein Ansatz sein, um der Zunahme von Typ-2-Diabetes entgegen zu wirken, so das Fazit des Forscherteams.

Quelle

Christine PJ et al. (2015): Longitudinal Associations Between Neighborhood, Physical and Social Environments and Incident Type 2 Diabetes Mellitus. The Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis (MESA) JAMA Intern Med. 2015;175(8):1311-1320. doi: 10.1001/jamainternmed.2015.2691. Link zum Abstract