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Das Gewicht der Welt: Studie zeigt weltweite Zunahme von Übergewicht und Adipositas

Die Menschen werden weltweit immer schwerer – dies ist das Ergebnis einer neu erschienen Studie, für die Erhebungen aus fast 200 Ländern mit insgesamt mehr als 19 Millionen Teilnehmern ausgewertet wurden. Dabei wächst der Anteil Übergewichtiger an der Weltbevölkerung schneller als der Anteil Untergewichtiger abnimmt. Die Studie ist in der renommierten internationalen Fachzeitschrift The Lancet erschienen.

Die Zahl der Menschen mit Adipositas nimmt weltweit zu - sowohl in Ländern mit hohen als auch in solchen mit niedrigen Einkommen. Quelle: NCD Risk Factor Collaboration / www.ncdrisc.org

Der Anteil der Menschen mit starken Übergewicht (Adipositas) ist weltweit seit 1975 von rund 5% auf 13% gestiegen – ein Anstieg um 8 Prozentpunkte. Im selben Zeitraum ist der Anteil der Menschen mit Untergewicht von 14% auf 9% der Weltbevölkerung zurückgegangen – ein Rückgang um nur 5 Prozentpunkte. Die Zahl der Menschen mit Adipositas wächst also schneller als die Zahl der Untergewichtigen zurückgeht. Dieser langjährige Trend hat auch zuletzt weiter angehalten. Das von der Weltgesundheitsorganisation ausgerufene Ziel, bis 2025 eine Trendumkehr bei der Zunahme von Übergewicht und Adipositas zu schaffen wird daher nur bei verstärkten Präventionsbemühungen zu erreichen sein.

Der globale durchschnittliche Body-Mass-Index (BMI, ein Maß für das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße) ist von 22 kg/m2 im Jahr 1975 auf 24 kg/m2  im Jahr 2014 angestiegen. Beide Werte liegen im Bereich des Normalgewichts (definiert als ein BMI von 18,5 bis 25). Die starke Zunahme an Übergewicht und Adipositas bei nur mäßigen Rückgang der Verbreitung von Untergewicht im selben Zeitraum erklärt sich damit, dass die Varianz, das heißt die Ungleichheiten im BMI weltweit zugenommen haben. Dank des allgemeinen medizinischen und Fortschritts und steigender Lebensstandards hat diese zunehmende Ungleichheit im Körpergewicht jedoch noch nicht zu einem Rückgang der durchschnittlichen Lebenserwartung geführt: diese ist seit 1975 von durchschnittlich 59 auf 71 Jahre gestiegen. In einem Kommentar zur Studie hat der britische Sozialmediziner George Davey Smith die Ergebnisse daher mit der Formel "A fatter, healthier but more unequal world" auf den Punkt gebracht.

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